Youri Keifens – „Du wirst vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer“
Copywriter, Mentaltrainer, Hypnose-Coach – und Spiegel-Bestseller-Autor: Youri Keifens erklärt, wie Worte unser Denken programmieren und wie du die Steuerung deines Kopfes selbst übernimmst. Das ist Horbywood unzensiert Folge 57.
Worum es in dieser Folge geht
Horbywood unzensiert Folge 57 beginnt mit einem Zitat, das Youri Keifens von Vera Birkenbihl mitbringt: Du wirst vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer. Youri ist Copywriter, Mentaltrainer und Hypnose-Coach – drei Berufe, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und in Wahrheit dasselbe Handwerk sind: Worte, die etwas in Menschen verändern.
Mit Adina spricht er darüber, was NLP wirklich ist und was nicht, wie Glaubenssätze aus der Kindheit bis heute unsere Entscheidungen treffen und warum er sein meistes Geld verdient, wenn er spazieren geht. Es geht um sein spätes Outing und die Kraft, die dadurch frei wurde, um die ehrliche Bilanz des Bücherschreibens – und um die Frage, wie viel Mensch im KI-Zeitalter übrig bleibt.
Das nimmst du aus Horbywood unzensiert Folge 57 mit
Vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer
NLP steht für Neurolinguistisches Programmieren – und Youri räumt mit dem Esoterik-Ruf auf. Unsere Überzeugungen entstehen in den ersten Lebensjahren, geprägt von Familie und Erfahrungen. Die gute Nachricht: Was programmiert wurde, lässt sich liebevoll umschreiben. Genau das meint Vera Birkenbihls Satz vom Gehirnbesitzer und Gehirnbenutzer – du lässt dich nicht mehr nur steuern, du gestaltest mit.
Drei Berufe, ein Handwerk
Copywriting, Mentaltraining, Hypnose – für Youri ist das kein Sammelsurium, sondern eine Sache: Sprache, die etwas in Menschen verändert. Wer Werbetexte schreibt, arbeitet mit denselben Mustern wie jemand, der Glaubenssätze löst. Deshalb klingt Verkaufspsychologie bei ihm nie nach Trick, sondern nach Handwerk.
Der Glaubenssatz von Mama
„Wenn du nicht acht Stunden am Schreibtisch sitzt, verdienst du kein Geld“ – dieser Satz war bei Youri fest verdrahtet, liebevoll mitgegeben von einer Mutter mit sieben Kindern. Erst in der Selbstständigkeit merkte er, wie sehr ihn das bremste. Heute verdient er sein meistes Geld beim Spazierengehen, beim Lesen, im Fitnessstudio – weil dort die Ideen entstehen, die er am Schreibtisch nur noch sauber aufschreibt.
Zehn Jahre versteckt
Mit elf merkte Youri, dass er schwul ist – und wartete zehn Jahre bis zu seinem Outing. Mit dem Outing kam eine Explosion von Kreativität: Er durfte endlich der sein, der er ist. Was vorher Kraft gekostet hat, floss danach in die Arbeit.
Warum Youri Keifens Mitläufer schlimmer findet als Gegner
Am meisten verletzt haben ihn damals nicht die, die ihm Dinge ins Gesicht sagten, sondern die Mitläufer, die gedankenlos einstimmten. Bis heute erklärt das seine Allergie gegen nachgeplappertes Blabla – und seine Liebe zum eigenen Ausdruck. Wer nur wiederholt, was alle sagen, fällt nicht auf: im Gespräch genauso wenig wie im Text.
Bestseller schreiben – die ehrliche Bilanz
Youris erstes Buch war vor Erscheinen ausverkauft und wurde Spiegel-Bestseller. Trotzdem rechnet er nüchtern vor: 5.000 verkaufte Exemplare, rund zwei Euro pro Buch, ein Jahr Arbeit – Untermindestlohn. Warum er trotzdem schreibt? Weil ihm Bücher etwas geben, das über Geld hinausgeht. Nur die letzten zwei Wochen vor Abgabe, zwölf Stunden Schreiben am Tag, nennt er selbst nicht mehr gesund.
Das beste Messer macht keinen Sternekoch
Youri nutzt KI täglich – und bleibt trotzdem hart: Das beste Messer macht aus dir keinen Sternekoch, und das beste KI-Tool keinen Texter. Wo alle dieselben Werkzeuge haben, entscheidet das Material – deine Geschichten, deine Ecken und Kanten. Seine größte Sorge ist nicht die Technik, sondern dass von uns nur ein Echo bleibt, wenn wir das Denken auslagern.
Es kommt auf das Material an – und das kommt aus dir heraus.
— Youri Keifens
Über Youri Keifens
Youri Keifens lebt in Köln, hat sechs Geschwister – und Eltern, die sieben Akademiker großgezogen haben. Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik war er fünf Jahre Marketing- und Brandmanager in einem Energiekonzern, bevor er sich vor zehn Jahren als Werbetexter selbstständig machte. Heute bildet er Selbstständige und Unternehmen im Copywriting aus und gibt NLP-Ausbildungen in Köln – gelernt hat er bei den NLP-Gründern Richard Bandler und John Grinder persönlich.
Er beschreibt sich als jemanden, der nie Mitläufer war und seine Meinung auch dann sagt, wenn sie quer zur Runde steht. Gleichzeitig ist er schüchtern, zieht sich aus großen Gruppen zurück und erlebt regelmäßig, dass Menschen ihm Dinge anvertrauen, die ihn kaum kennen. Er selbst führt das auf echtes Mitgefühl zurück – und auf die Erfahrung, beide Seiten zu kennen.
Drei Bücher hat er geschrieben: den Spiegel-Bestseller „Der Persönlichkeits-Code“, „Das Copywriting-Geheimrezept“ und das druckfrische „Brandwriting“. Dazu läuft seit 2020 sein Podcast „Die Macht der Sprache“ (früher „Texte, die verkaufen“). Und wenn er weder schreibt noch ausbildet, liest er – nach eigener Aussage ist er ein Viertel seiner Zeit Leseratte.
Tiefer einsteigen
Mehr von Youri findest du auf keifens.com, in seinem Podcast „Die Macht der Sprache“ und in seinen Büchern. Wenn dich der KI-Teil des Gesprächs interessiert: Wir haben aufgeschrieben, was KI im Personalmarketing wirklich leistet – und wo sie beim Texten an ihre Grenze kommt, zum Beispiel in der Stellenanzeige. Alle weiteren Folgen von Horbywood unzensiert gibt es in der Podcast-Übersicht.
Filme, die nach euch klingen – nicht nach Vorlage
Genau darum geht es in dieser Folge: Das Material entscheidet, nicht das Werkzeug. Wenn du wissen willst, wie das für deine Firma aussieht – wir nehmen uns 45 Minuten und reden ehrlich darüber.
