Employer Branding Video: Nicht nur Azubis
Der Azubi ist seit sechs Wochen da. Der Kollege nebenan seit 30 Jahren. Gezeigt wird nur einer.
Adina schaut sich täglich Arbeitgeber auf Instagram an. Menschen über 50 tauchen dort fast nie auf, außer einmal im Jahr mit Urkunde. Dabei sind es genau die Leute, die erklären können, wie das zehnte Jahr bei Ihnen ist. Dieses Video zeigt drei Formate, mit denen Sie das ändern.
Auf einen Blick · Oktober 2026
Wer zeigen will, wie das zehnte Jahr aussieht, braucht die, die es erlebt haben.
Kurz gesagt: Ein Employer Branding Video lebt von den Menschen, die lange dabei sind. Azubi-Content funktioniert, aber ein Azubi kann nur sagen, wie die ersten Wochen sind. Wer überlegt, bei Ihnen anzufangen, fragt sich, wie das zehnte Jahr ist. Das beantwortet nur jemand, der 20 oder 30 Jahre bei Ihnen arbeitet. Drei Formate holen diese Kollegen vor die Kamera: das Arbeits-Ich, der Werdegang und der Übergabemoment. Großes Budget braucht keines davon.
Das Video
Nur Azubis? Das Video in 12 Minuten
Adina erklärt den blinden Fleck auf vielen Arbeitgeber-Kanälen und zeigt die drei Formate Schritt für Schritt. Das Porträt von „Uschi“ im Video ist KI-generiert. Die Idee dahinter stammt laut Videobeschreibung aus der Kampagne „Potenzial 50 plus“ des Kantons Aargau.
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Der blinde Fleck
Warum im Employer Branding Video die Hälfte fehlt
Zählen Sie auf Ihrem eigenen Instagram-Kanal: Wie viele Menschen über 40, 50 oder 60 sind zu sehen? Meist fast keine. Dafür Azubis, die seit sechs Wochen dabei sind. Der Kollege mit 30 Jahren im Haus kommt nicht vor, außer einmal im Jahr, wenn es eine Urkunde gibt.
Was der Azubi sagen kann
Dass es ihm in den ersten Wochen gefällt. Beweisen kann er es nicht, er kennt es nicht anders.
Was der Kollege sagen kann
Umstrukturierungen, Softwarewechsel, Menschen, die gegangen sind. Er ist geblieben. Die spannende Frage ist: warum?
Azubi-Content ist dabei nicht falsch. Adina nennt im Video eine kleine Gemeinde im Allgäu mit rund 1.100 Followern: Ein Beitrag zur Übernahme der Azubis, mit Namen und Gesichtern, bekam laut Video über 500 Reaktionen. Der blinde Fleck ist ein anderer: Der Azubi steht allein da oder nur mit Chef und Fachbereichsleitung. Nicht mit den Menschen, die ihn jeden Tag begleiten und die seit Jahren Erfahrung haben.
Der Einwand
„Wir zeigen die doch beim Jubiläum“
Einmal im Jahr ein Foto mit Urkunde und Handschlag vom Bürgermeister. Das ist eine Anerkennung, aber es ist wenig. Die Kultur in einem Unternehmen oder einer Stadtverwaltung wird auch von den Älteren geprägt. Und die haben Geschichten, bei denen einem die Ohren schlackern, wie Adina es sagt.
Ein kurzer Videoschnipsel von genau dieser Urkundenverleihung reicht schon. Dazu zwei Fragen: Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie angefangen haben? Und wie fühlt es sich heute an? Stimme, Mimik, Gestik, ein Lachen: Das transportiert ein Foto nicht.
Aus unserer Erfahrung gehen ältere Kollegen gern vor die Kamera. Sie brauchen ein ehrliches Warum, sie wollen wissen, wie der Dreh abläuft, und sie wollen offen und authentisch gefragt werden. Dann ist es selten ein Problem. Es liegt zu großen Teilen an dem Menschen, der fragt.
Format 1
Das Arbeits-Ich: Name plus Jahre im Betrieb
Nehmen Sie den Azubi und den langjährigen Kollegen und fragen Sie beide nach der Betriebszugehörigkeit. „Seit sechs Monaten.“ „Seit 18 Jahren.“ Die Idee dahinter kennt Adina aus einer Kampagne: Auf dem Plakat steht „Uschi, 16“. Das Gehirn stolpert, denn Uschi sieht deutlich älter aus. Dann liest man weiter: 16 Jahre Betriebszugehörigkeit.
- Beide fragen: Wie lange sind Sie schon hier? Was war bisher das Besondere?
- Gegenschneiden, zusammenschneiden oder als zwei einzelne Videos posten.
- Unter dem Beitrag fragen: Wie viele Jahre arbeiten Sie schon bei Ihrem Arbeitgeber?
Der dritte Punkt ist der wichtige. Adina hat das Format bei einem Versorger aus Süddeutschland gesehen: Die Leute fangen an zu rechnen, zu kommentieren und sich untereinander auszutauschen. Genau diese Interaktion wollen Sie.
Format 2
Der Werdegang: Wo kommt jemand her?
Wo kommt jemand her, der seit 30 Jahren denselben Arbeitgeber hat? Und wo der Azubi: direkt von der Schule, aus dem Studium, oder doch schon ein paar Jahre älter mit einem anderen Beruf davor? Beide müssen dafür nicht nebeneinander stehen. Getrennt aufgenommen geht genauso, solange sich das Ergebnis rund anfühlt. Planen Sie das vorher.
Der Werdegang schafft Anknüpfungspunkte. Zuschauer erkennen sich wieder, oder sie diskutieren: Vor 30 Jahren hieß die Ausbildung noch anders, heute gibt es sie so gar nicht mehr. Wenn die Leute nicht nur mit Ihnen reden, sondern untereinander, ist das die Königsdisziplin auf Social Media.
Format 3
Der Übergabemoment: zeigen statt erzählen
Wer bringt dem Neuen etwas bei? Filmen Sie nicht das Ergebnis, sondern den Moment, in dem der eine dem anderen etwas zeigt. Die Zuschauer sehen, wie der erfahrene Kollege mit dem Azubi umgeht. Mit Mimik, Gestik und echtem Tun.
Niemand muss sprechen
Beide stehen vor der Kamera, sagen aber nichts. Den Text sprechen Sie später als Voice-over darüber. So gehen auch scheue Kollegen mit.
Vorher fragen, was passiert
Lassen Sie beim Dreh eine Sprachmemo mitlaufen oder schreiben Sie auf, was gezeigt wird. Sonst behaupten Sie im Voice-over das falsche Programm.
Haltung
Lebt es vor: Ihr eigenes Employer Branding Video
Wer sich selbst nicht vor die Kamera traut, darf das von anderen nicht verlangen. Das ist Adinas Appell am Ende des Videos. Nur wer weiß, wie sich das anfühlt, kann andere dafür begeistern. Sonst findet man vielleicht Leute, aber man sieht ihnen an, dass sie stocksteif sind.
Begeisterungsfähigkeit ist deshalb das Wichtigste, was Sie für ein Employer Branding Video brauchen. Die Menschen mit 30 Jahren im Haus sitzen schon bei Ihnen. Sie müssen nur auf sie zugehen. Wie Sie das Gespräch vor der Kamera führen, lesen Sie in Mitarbeiter-Testimonials im Recruiting-Film.
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Häufige Fragen
Fragen zum Employer Branding Video
Warum sollten ältere Mitarbeiter im Employer Branding Video vorkommen?
Weil nur sie beantworten können, wie das zehnte Jahr bei einem Arbeitgeber ist. Ein Azubi kennt die ersten Wochen. Wer 20 oder 30 Jahre dabei ist, hat Umstrukturierungen und Softwarewechsel erlebt und ist trotzdem geblieben. Diese Geschichte überzeugt Bewerber.
Wie bringe ich ältere Kollegen vor die Kamera?
Mit einem ehrlichen Warum, einer klaren Erklärung, wie der Dreh abläuft, und einer offenen, authentischen Ansprache. Aus unserer Erfahrung gehen ältere Menschen dann gern vor die Kamera. Und: Leben Sie es selbst vor.
Welche Formate funktionieren ohne großes Budget?
Drei: das Arbeits-Ich (Name plus Jahre im Betrieb, Azubi und langjähriger Kollege im Vergleich), der Werdegang (woher kommt jemand) und der Übergabemoment (der Erfahrene zeigt dem Neuen etwas, der Text kommt als Voice-over). Dafür reicht ein Smartphone.
Reicht es, Jubilare einmal im Jahr zu zeigen?
Nein. Ein Foto mit Urkunde ist eine Anerkennung, transportiert aber weder Stimme noch Mimik. Ein kurzer Videoschnipsel von der Verleihung plus zwei Fragen zu damals und heute holt viel mehr aus dem Moment heraus.
Sie wollen Ihre Leute vor die Kamera holen?
Genau das machen wir mit unseren Kunden: Azubis und langjährige Kollegen vor der Kamera, ehrlich und ohne Vorgaben. Mehr Praxis finden Sie im Recruiting Guide und auf unserem YouTube-Kanal.
