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Horbywood unzensiert · Folge 60

Sabine Osterauer – „Bei mir bekommt keiner einen Heiligenschein“

Freie Rednerin aus Salzburg, schreibt Lebensgeschichten für Menschen, die nicht mehr da sind: Sabine Osterauer erzählt, wie ehrliche Verabschiedungen entstehen, was eine gute Trauerrede kostet – und was sie nach hunderten Abschieden über den Tod glaubt. Das ist Horbywood unzensiert Folge 60.

Worum es in dieser Folge geht

Bei Sabine Osterauer bekommt keiner einen Heiligenschein, der keinen hatte. Die freie Rednerin aus Salzburg schreibt Lebensgeschichten statt Standardreden – und genau deshalb sitzen bei ihren Verabschiedungen Menschen, die im selben Moment lachen und weinen. Schönreden gibt es bei ihr nicht, dafür echte Geschichten von echten Menschen.

Mit Adina spricht sie fast zweieinhalb Stunden über Dinge, über die sonst kaum jemand redet: wie aus Erinnerungen eine Lebensgeschichte wird, was eine gute Trauerrede kostet und warum sie mit Pfarrern öfter aneckt, als ihr lieb ist. Es geht um die Frage, ob KI eine Trauerrede schreiben kann, um das Tabuthema Tod, um Suizid und die Hinterbliebenen – und um das, was Sabine über das Danach glaubt: von der Nahtoderfahrung ihrer Mutter bis zu ihrer eigenen Alm-Bestattung, die längst ausgemacht ist.

Das nimmst du aus Horbywood unzensiert Folge 60 mit

1

Aus dem Tiefpunkt wurde der Anfang

Bevor Sabine andere verabschiedete, musste sie selbst neu anfangen: Mobbing, ein narzisstisches Umfeld, der Absprung. Sie erzählt offen, wie sich dieser Weg angefühlt hat und warum er kein Umweg war. Denn genau diese Erfahrungen haben sie zu der Rednerin gemacht, die heute anderen Menschen zuhören kann, ohne zu urteilen.

2

Eine grottenschlechte Rede brachte sie zum Beruf

Am Grab ihres Großvaters hörte Sabine eine Rede, die mit dem Menschen, den sie kannte, nichts zu tun hatte – „grottenschlecht“, sagt sie heute. Aus dem Ärger wurde eine Entscheidung: So etwas soll anderen Familien nicht passieren. Wie aus diesem Moment ein Beruf wurde, erzählt sie in dieser Folge.

3

Eine gute Trauerrede beginnt beim Zuhören

Sabine „liest“ Menschen: Sie setzt sich mit den Angehörigen zusammen, stellt Fragen und sammelt die Momente, die einen Menschen wirklich ausgemacht haben. Daraus entsteht keine Aufzählung von Lebensdaten, sondern eine Geschichte. Sie erklärt auch ehrlich, was diese Arbeit kostet und warum der Preis für viele Stunden Zuhören, Schreiben und Dasein fair ist.

4

Zwischen Pfarrern und freien Rednern knirscht es

Freie Rednerinnen und Pfarrer wollen eigentlich dasselbe: einen würdigen Abschied. Trotzdem prallen zwei Welten aufeinander – Tradition gegen persönliche Geschichte. Sabine erzählt, wo sie aneckt, wo sie Wertschätzung erlebt und warum es am Ende nicht um Konfession geht, sondern um den Menschen, der verabschiedet wird.

5

Warum Sabine Osterauer keine KI an Trauerreden lässt

Kann eine KI eine Trauerrede schreiben? Technisch ja – und trotzdem fehlt das Entscheidende. Eine Lebensgeschichte entsteht aus dem Gespräch, aus Zwischentönen, aus dem, was Angehörige zwischen den Zeilen erzählen. Sabine erklärt, warum sie dafür keine Maschine ranlässt und was verloren geht, wenn Abschied zur Textbausteinsache wird.

6

Der Tod ist kein Thema für später

Almbestattung, Urnen, 500 Euro für zwei Zettel: Sabine hat ihren eigenen Abschied längst geregelt – und findet, das sollten mehr Menschen tun. Wer zu Lebzeiten klärt, wie er verabschiedet werden will, nimmt seinen Angehörigen im schwersten Moment eine riesige Last ab. Ein Kapitel über Vorsorge ohne erhobenen Zeigefinger.

7

Über Suizid sprechen, statt zu schweigen

Wenn ein Mensch sich das Leben nimmt, bleiben Angehörige oft mit Schuldgefühlen und Sprachlosigkeit zurück. Sabine erzählt, wie sie solche Abschiede gestaltet und warum gerade hier ehrliche Worte wichtiger sind als Floskeln. Ein schweres Thema, das in dieser Folge bewusst Platz bekommt.

8

Was nach hunderten Abschieden vom Tod bleibt

Die Nahtoderfahrung ihrer Mutter, Träume von Verstorbenen, ein Kinderbuch über die kleine Seele: Sabine glaubt nicht, dass mit dem letzten Atemzug alles vorbei ist. Sie erzählt, was ihr in hunderten Trauergesprächen begegnet ist und warum ihr der Tod keine Angst macht. Wie viel davon Trost ist und wie viel Überzeugung – das darfst du selbst entscheiden.

Ich schreibe keine Trauerreden, ich schreibe Lebensgeschichten – und die sind nicht traurig.

— Sabine Osterauer

Über Sabine Osterauer

Sabine Osterauer ist freie Rednerin aus Salzburg. Nach Jahren im Angestelltenverhältnis und einem harten Neuanfang hat sie das zum Beruf gemacht, was sie am besten kann: Menschen zuhören und ihre Geschichten aufschreiben. Heute verabschiedet sie Menschen mit Lebensgeschichten statt Standardreden – ehrlich, persönlich und ohne Heiligenschein-Garantie.

Neben ihren Reden auf zusammener.at begleitet sie Menschen auf sabineosterauer.at und macht mit „Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast“ einen eigenen Podcast. Ihr Buchtipp aus der Folge: Neale Donald Walsch – „Ich bin das Licht! Die kleine Seele spricht mit Gott“.

Tiefer einsteigen

Wenn dich das Thema Abschied und Erinnerung beschäftigt, hör auch in unsere Folge mit Judith Grümmer über das Familienhörbuch rein – dort geht es darum, Stimmen und Geschichten festzuhalten, solange es geht. Wie man mit Kindern über den Tod spricht, erzählt Anja von Kampen in der Knietzsche-Folge. Alle weiteren Folgen von Horbywood unzensiert findest du in der Podcast-Übersicht.

Für Geschichten, die bleiben

Sabine schreibt Lebensgeschichten auf, wenn ein Mensch gegangen ist. Man kann sie aber auch festhalten, solange er sie noch selbst erzählen kann – mit Stimme, Lachen und allem, was dazugehört. Genau das machen wir mit dem Erinnerungsfilm.

Mehr über den Erinnerungsfilm erfahren

Schwarzwald Anker