Arbeitszufriedenheit: das Arbeits-Dreieck

Spaß am Job und trotzdem Sonntagabend-Laune? Dann wackelt eine Ecke.

Gute Arbeit steht auf drei Ecken: Was tue ich? Was kommt dabei raus? Mit wem mache ich das? Erst wenn alle drei stehen, ist jemand verankert. Ein Modell von Adina Kocher aus vielen Drehs und Interviews.

TunWirkungMenschenWollen und Verhalten

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Kurz gesagt: Arbeitszufriedenheit hängt an drei Ecken: Tun (Was tue ich?), Wirkung (Was kommt dabei raus?) und Menschen (Mit wem mache ich das?). Erst wenn alle drei stehen, bleibt jemand, weil er will, und nicht, weil er muss. Am häufigsten wackelt nach unserer Erfahrung die Wirkung, also das Warum.

Das Modell

Arbeitszufriedenheit steht auf drei Ecken

Viele Menschen mögen ihren Job und haben trotzdem am Sonntagabend schlechte Laune. Meist liegt das nicht an der Arbeit an sich. Meist wackelt eine Ecke. Zu jeder Ecke der Arbeitszufriedenheit gehört ein Paar: was ich will, und ob ich mich auch so verhalte.

1 · Tun

Was tue ich? Die Aufgabe selbst. Passt sie zu dem, was jemand kann und gerne macht?

Wollen: Ich weiß, welche Arbeit mir liegt.

Verhalten: Ich sage es und suche mir diese Aufgaben, statt zu warten, dass sie jemand verteilt.

2 · Wirkung

Was kommt dabei raus? Das Ergebnis. Sieht jemand, wofür seine Arbeit gut ist?

Wollen: Ich will, dass meine Arbeit etwas bewegt.

Verhalten: Ich frage nach, wofür etwas gebraucht wird, und mache es so, dass es dort ankommt.

3 · Menschen

Mit wem mache ich das? Das Team, die Führung, die Kunden. Stimmt das Miteinander?

Wollen: Ich will mit Leuten arbeiten, denen ich vertraue.

Verhalten: Ich bin selbst so jemand: zuverlässig, ehrlich, ansprechbar.

Das Video

Das Arbeits-Dreieck in 49 Sekunden

Adina erklärt das Modell zur Arbeitszufriedenheit im Kurzvideo: die drei Ecken, und die eine Frage, die fast alle überspringen.

Das Video startet erst, wenn Sie auf Abspielen tippen, und läuft direkt von unserer Website.

Woran man es merkt

Woran man merkt, ob jemand richtig ist

Ob die Arbeitszufriedenheit stimmt, merkt man meist in einem kurzen Moment. Nicht jeder Arbeitstag ist Begeisterung, ganz klar. Aber wenn jemand sagt: „Ich arbeite gern mit Menschen, und es freut mich, wenn ich sehe, was bei ihnen ankommt“, dann stehen die Ecken. Ehrlich gesagt erleben wir öfter das Gegenteil. Drei Momente, in denen es sich zeigt:

Am Telefon

Jemand meldet sich, und Sie verstehen nicht einmal den Namen. Wer seinen Job gern macht, will, dass Sie ihn verstehen. Unser Kurzvideo zum Telefonieren

Bei der Rückmeldung

Gute Dienstleister sagen klar, wo Sie stehen. Bei anderen warten Sie ewig, zum Beispiel wenn ein Paket verschwunden ist und niemand sich zuständig fühlt.

Beim Problem

Wenn etwas schiefgeht, zeigt es sich am deutlichsten: Wendet sich jemand Ihnen zu, oder arbeitet er nur seine Vorschrift ab?

„Alles ist ein Mensch-zu-Mensch-Business. Man merkt sofort, ob jemand es nur wegen der Kohle macht oder von innen heraus, weil er ein Ziel hat.“

Adina Kocher, Schwarzwald Anker

Wollen und Verhalten

Die Frage, die die meisten überspringen

Arbeitszufriedenheit ist nicht allein Sache des Arbeitgebers. An jeder Ecke steht dieselbe Frage an jeden Einzelnen: Was will ich eigentlich, und verhalte ich mich auch so? Wer mehr Wirkung will, aber nie nachfragt, wofür seine Arbeit gebraucht wird, wartet auf etwas, das nicht kommt. Wollen und Verhalten gehören zusammen.

Welche Ecke der Arbeitszufriedenheit wackelt am häufigsten?

Unsere Erfahrung: die Wirkung. Was sie tun, machen die meisten halt. Aber für wen? Warum? Dieser Antrieb, das Warum, fehlt am häufigsten. Gleich danach wackeln die Menschen: das Umfeld, mit dem man jeden Tag arbeitet.

Und dann bleiben viele trotzdem. Die Gründe klingen vernünftig: Ich habe Kinder, eine Familie, ich muss doch. Oft steckt dahinter Angst, selbst etwas zu verändern. Der erste Schritt ist dabei kein Kündigungsschreiben, sondern die ehrliche Frage, welche Ecke wackelt.

Arbeitszeit ist Lebenszeit.

Was die Hirnforschung sagt

Mitarbeiter motivieren? Geht von außen kaum.

Der Hirnforscher Gerald Hüther sagt seit Jahren: Menschen lassen sich nicht von außen motivieren. Was eine Führungskraft tun kann, fasst er in drei Worte: einladen, ermutigen, inspirieren. Auf das Dreieck der Arbeitszufriedenheit gelegt heißt das:

Einladen · Menschen

Niemand bleibt in einem Team, zu dem er nicht wirklich dazugehören darf. Einladen heißt: Sie meinen die Person, nicht nur die Stelle.

Ermutigen · Tun

Wer sich seine Aufgabe nicht zutraut, macht Dienst nach Vorschrift. Ermutigen heißt: Raum geben, Neues auszuprobieren, auch mit Fehlern.

Inspirieren · Wirkung

Begeisterung entsteht, wenn jemand sieht, wofür er etwas tut. Inspirieren heißt: das Ergebnis zeigen, nicht nur die Aufgabe verteilen.

Quelle: Gerald Hüther auf dem Hauptstadtkongress Medizin 2011, laut evangelisch.de und Ärzte Zeitung. Die Zuordnung zu den drei Ecken ist unsere.

Für Arbeitgeber

Was das für die Arbeitszufriedenheit in Ihrem Team heißt

Wenn Fachkräfte gehen, heißt es oft: das Gehalt. Häufig wackelt aber eine Ecke der Arbeitszufriedenheit, über die nie gesprochen wurde. Drei Fragen für Ihr nächstes Teamgespräch:

  1. Wissen Ihre Leute, was bei ihrer Arbeit rauskommt?
  2. Dürfen sie sagen, welche Aufgaben ihnen liegen?
  3. Würden sie das Team einem Freund empfehlen?

Genau diese drei Ecken müssen auch in einem guten Recruiting-Film sichtbar werden: echte Aufgaben, echte Ergebnisse, echte Kollegen. Bewerber entscheiden danach, nicht nach dem Slogan. Wie das vor der Kamera aussieht, zeigen unsere Mitarbeiter-Testimonials.

Persönlich

Warum Adina das so genau weiß

Ich war Entwicklungsingenieurin, danach Prozessingenieurin. Spannende Jobs, eine tolle Zeit, und sie haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Aber jedes Mal habe ich gemerkt: Ich bin am falschen Platz. Es war nicht das, was ich von innen heraus gern mache.

Heute sitze ich Menschen gegenüber: vor der Kamera, in unserem Podcast, bei Kundenaufträgen. Und immer wieder merke ich, da steckt eine Geschichte dahinter, die mich berührt. Dass ich diesen Weg gefunden habe, haut mich jedes Mal wieder um.

Und die Ecke Menschen? Die erlebe ich jeden Tag mit Arne. Wir geben uns Feedback, auch Feedforward. Keiner ist dem anderen böse, wenn ein Fehler passiert, weil wir beide das Ziel im Blick haben. Wir reden offen und klar. Einer darf schwach sein, dann ist der andere stark, und das wechselt.

Was ein Team ausmacht, in dem man bleibt? Zuverlässigkeit, Offenheit, Neugier, Klarheit, Empathie und dass man echt ist. Werte, die nicht an der Wand hängen, sondern jeden Tag gelebt werden.

Adina Kocher, Mitinhaberin von Schwarzwald Anker

Aus der Praxis

Wenn jemand vor der Kamera weint

Bei einem Dreh für eine Stadtverwaltung fragen wir eine Mitarbeiterin, warum sie ihren Job macht. Sie fängt vor der Kamera an zu weinen. Früher hat sie ein schwer krankes Mädchen begleitet, heute begleitet sie Kinder. Bei ihr steht die Ecke Wirkung felsenfest: Sie weiß genau, wofür sie jeden Morgen kommt. So sieht Arbeitszufriedenheit aus.

Das sieht man Menschen an. Die Augen leuchten, die Hände erzählen mit, kleine Gesten verraten, dass jemand von innen heraus spricht. Und genauso merkt man das Gegenteil: Wenn jemand nur sein Programm abspult, ist er da, um Geld zu verdienen. Dann wackelt eine Ecke, egal wie gut der Text klingt.

Wir drehen nicht, was jemand sagt. Wir drehen, wie er es sagt.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Arbeitszufriedenheit

Was ist das Arbeits-Dreieck?

Ein Modell von Schwarzwald Anker für Arbeitszufriedenheit. Gute Arbeit steht auf drei Ecken: Tun (Was tue ich?), Wirkung (Was kommt dabei raus?) und Menschen (Mit wem mache ich das?). Erst wenn alle drei stehen, ist jemand verankert und bleibt, weil er will.

Welche Ecke wackelt am häufigsten?

Nach unserer Erfahrung aus vielen Drehs und Interviews die Wirkung, also das Warum. Die Aufgabe machen die meisten halt. Für wen und wofür, fehlt am häufigsten. Gleich danach wackeln die Menschen, also das Umfeld.

Wie lässt sich die Arbeitszufriedenheit im Team verbessern?

Sprechen Sie über die drei Ecken: Wissen Ihre Leute, was bei ihrer Arbeit rauskommt? Dürfen sie sagen, welche Aufgaben ihnen liegen? Würden sie das Team einem Freund empfehlen? Die Ecke, bei der das Gespräch stockt, ist meist die, die wackelt.

Kann man Mitarbeiter motivieren?

Von außen kaum. Der Hirnforscher Gerald Hüther fasst zusammen, was Führung stattdessen kann: einladen, ermutigen, inspirieren. Wir ordnen das den drei Ecken zu: einladen für die Menschen, ermutigen für das Tun, inspirieren für die Wirkung.

Welche Ecke wackelt in Ihrem Team?

Im Arbeitgebermarken-Workshop gehen wir das Dreieck mit Ihrem Team durch: Welche Ecke steht, welche wackelt, und was davon zeigen Sie nach außen? Am Abend wissen Sie, was Ihre Arbeitgebermarke wirklich trägt.

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Schwarzwald Anker