Warum Sie KEINE Mitarbeiter finden

Kurz gesagt: Wer keine Mitarbeiter findet, sucht meistens nicht am falschen Ort, sondern auf die falsche Art. Kein Kanal ist grundsätzlich gut oder schlecht. Entscheidend ist, ob man verstanden hat, wie die Plattform funktioniert und ob die gesuchten Bewerber dort überhaupt unterwegs sind. Die typischen Fehler bei Zeitung, Jobbörsen, Bannern, Videos und Stellenanzeigen sind immer dieselben: zu viel Text, Bedarfsmeldungen aus Unternehmenssicht, keine Mitarbeitervorteile, keine Menschen im Bild und zu hohe Hürden für die Kontaktaufnahme. Statt überall dieselbe Anzeige zu kopieren, braucht es eine Idee und einen Plan, der Inhalt und Kanal auf die Zielgruppe abstimmt.

In diesem Beitrag

Mitarbeiter finden: Warum sich niemand bei Ihnen bewirbt

Ganz einfach: Sie suchen falsch!

Kein Medium, keine Plattform ist grundsätzlich schlecht oder gut. Es liegt nicht daran, wo Sie nach Mitarbeiter suchen, sondern wie.
Entscheidend ist, ob Sie verstanden haben, wie eine Plattform funktioniert und ob Bewerber dort unterwegs sind. Sie würden ja auch nicht in den Baumarkt gehen und dort Lebensmittel kaufen wollen.
Statt Copy & Paste überall dieselbe Stellenanzeige zu verwenden, brauchen Sie eine Idee, einen Plan, um Mitarbeiter zu finden.

Anhand von 5 beliebten Recruiting-Kanälen zeige ich Ihnen, welche Fehler die meisten machen und was Sie besser machen können.

Mitarbeiter über Zeitungen finden

Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis, wer die Zeitung abonniert und auch liest! Und damit keine Salatköpfe einwickeln. Eher die ältere Generation und wenige junge Menschen, richtig? Wie sehen Stellenanzeigen in der Zeitung aus? Alle gleich, ein Einheitsbrei, viel! viel zu viel Text, alles vergleichbar und auch keine zeitgemäße Zielgruppenansprache.

Dabei ist die Zeitung an sich als ein Recruiting-Kanal nicht komplett falsch. Man muss sich eben den Nachteilen wie ältere Zielgruppe, keine Messbarkeit etc. bewusst sein.

Wie kann ich die Zeitung besser für mein Recruiting nutzen?

Zunächst überlegen, ob die Zeitung für mich überhaupt in Frage kommt? Stichwort Zielgruppe. Dann gilt es sichtbar zu werden. Auffallen im Job-Bereich. Mit wenig Text und auffälligen Farben arbeiten. Dann die Bewerber direkt ansprechen: das darf gerne auch ein bissle provokant sein. Oder Sie räumen direkt in der Überschrift mit Einwänden in Ihrer Branche auf. Was meine ich damit? Ein Kunde von uns aus der Gesundheitsbranche (Einwand: Viel Arbeit) hat eine 35-Stundenwoche und hat diesen Vorteil direkt in der Überschrift aufgegriffen.

Jobbörsen

Es klingt ziemlich verlockend. Sie nehmen Ihre Stellenanzeige und posten sie auf Jobbörsen wie Stepstone, Indeed oder Monster. Dort tummeln sich tausende Bewerber und warten nur auf Ihr Stellenangebot. Soweit die Theorie.

In der Praxis sieht das leider ganz anders aus: Wer nutzt solche Seiten? Bewerber richtig! Allerdings nur die, die aktiv auf Jobsuche sind. In Zeiten von Fachkräftemangel machen das immer weniger Menschen. Warum? Warum sollte ich mich proaktiv auf solche Seiten durch hunderte von Anzeigen klicken, die wieder alle gleich aussehen, wenn es auch Firmen gibt, die mich aktiv ansprechen. Auf Social-Media oder mittels Active Sourcing?

Wir haben einen Bewerbermarkt oder anders gesagt, entscheiden die Bewerber, wo sie sich bewerben wollen.

Sind Jobbörsen sinnvoll um Mitarbeiter zu finden?

Am Besten sparen Sie sich das Geld für solche Seiten und investieren es besser in andere Recruiting-Kanäle, die messbar bessere Ergebnisse bringen. Sollten Jobbörsen bei Ihnen funktionieren, dann bleiben Sie dabei. Unsere Kunden haben aber alle ausnahmslos schlechte Erfahrungen gemacht.

Banner/Tafeln

Damit sind so Bauzaunbanner gemeint, die meistens folgenden Text enthalten: Wir stellen ein! Wir suchen Dich? Firma xy sucht. Danach kommt oft eine lange Liste der zu besetzenden Stellen und die Kontaktdaten zur Firma.

Warum gewinnt man damit keine Mitarbeiter? Weil Sie oft schlecht gemacht sind und an absolut ungeeigneten Stellen hängen. Die Banner sind wie eine Bedarfsmeldung aufgebaut.
Wir suchen, Wir sind… Sorry aber der Bezug zum Bewerber für den das Ganze ja gedacht ist fehlt viel zu oft. Es fehlen wichtige Infos warum man sich dort bewerben sollte, was sind konkrete Mitarbeiter-Vorteile. Dafür ist natürlich kein Platz.
Zudem hängen diese Banner meistens am Firmengelände selbst und erreichen dort wen? die eigenen Mitarbeiter?! Warum sollte ein Bewerber bei Ihnen zufällig am Gebäude vorbeikommen. Oder die Banner hängen an viel befahrenen Straßen. An sich eine gute Idee.

Gestaltungstipps für Banner und Tafeln für die Mitarbeitersuche

Aber dann sollte die Information auf den Banner auch diesem Zweck angepasst sein, d.h. Auffallen, kurze Botschaft und ganz wichtig welche Firma steckt dahinter. Mehr Infos kann man in kürzester Zeit auch nicht aufnehmen.

Videos

Videos fürs Recruiting einzusetzen ist richtig schlau. Es ist zeitgemäß, spricht die Zielgruppe an und Sie können neben Informationen vor allem Emotionen transportieren. Richtig gut!

Also warum findet man damit keine Mitarbeiter? Entweder fehlen die Menschen komplett, stattdessen wird das tolle Firmengebäude gezeigt oder die Produktion. Bewerber interessiert das auch, aber viel mehr noch: wer sind meine Kollegen, wie ist die Stimmung im Team, ehrliche und authentische Aussagen, warum die Firma ein toller Arbeitgeber ist.

Oder aber es sind Menschen zu sehen: Aber der Ton ist schlecht, man versteht die Person schlecht, es gibt kein Storyboard, sondern nur langweilige Vorstellungen wie: Mein Name ist Peter Müller, ich bin Industriekaufmann und arbeite seit 15 Jahren bei Firma xy. Damit langweilt man Bewerber nur und sie schauen das Video nicht zu Ende.

Tipps für Ihr Mitarbeiter-Video

Besser ist es: Sich vorher Gedanken zu machen, was ist die Botschaft des Videos. Wie erreiche ich die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Wie hebe ich mich ab von anderen Videos? Welche Einblicke kann ich in kürzester Zeit geben? Wie soll der Bewerber mich kontaktieren. Es braucht einen klaren Call-to-Action.

Stellenanzeigen

Stellenanzeigen sind das Mittel der Wahl, wenn neue Mitarbeiter gesucht werden. Meistens steht dort drin: Wir sind, Ihre Aufgaben, Ihr Profil.
In letzter Zeit kommen immer öfter Mitarbeiter-Vorteile dazu.

Ist doch alles drin, warum sollte man damit keine Mitarbeiter gewinnen?

Weil Sie leider viel zu selten auf die Bedürfnisse der Suchenden abgestimmt sind: Sie suchen, Sie erwarten dies und das von mir. Okay! Und wie sieht das bei Ihnen aus, welches Team erwartet mich etc. Diese Fragen bleiben leider meistens unbeantwortet. Zudem schreckt das Anforderungsprofil häufig davor ab, sich bei Ihnen zu bewerben. Wenn ein Bewerber grundsätzlich das kann was Sie von ihm erwarten, er aber diesen oder jenen Abschluss nicht hat, darf er sich dann bewerben?

Oder Sie erwarten gleich Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse, Gehaltsvorstellungen und Eintrittsdatum. Wow! Langsam. Der Bewerber weiß praktisch nichts von Ihnen, aber Sie erwarten das alles? Ohne diese Infos kann ich mich nicht bewerben. Welche Fehler Unternehmen bei der Mitarbeitersuche auf Instagram machen erfahren Sie hier.

Werfen Sie doch mal diese alten Denkmuster über Bord und geben Sie auch etwas von sich preis, reduzieren Sie Pflichtangaben und damit die Hürden, um mit dem Bewerber überhaupt mal in den Dialog zu kommen. Immer mehr Unternehmen setzen auf unkomplizierte Angebote zur Kontaktaufnahme via Direktnachricht auf Social-Media, Whatsapp etc.

Also egal wo Sie suchen, machen Sie sich bewusst, ob Sie damit die Bewerber finden, die Sie suchen und ob Ihr Inhalt darauf angepasst ist.

Schauen Sie sich jetzt als Nächstes dieses Video wenn Sie sich unsicher sind was Bewerber heute wirklich wollen.

Gut zu wissen

Wo Bewerber heute suchen und was Sie ohne Budget sofort ändern können

Die meisten Menschen suchen heute online nach Stellenangeboten, nicht auf Karrieremessen oder in der Zeitung. Wer an den Methoden von vor 20 Jahren festhält, hat weniger Sichtbarkeit und weniger Zugang zu Kandidaten.

Dort sein, wo die Bewerber sind

Fragen Sie doch mal eine Frau oder einen Mann im Alter von 20 bis 30 Jahren, wie viele von ihnen noch klassische Medien wie eine Zeitung konsumieren. Die wenigsten. Die Generation Y und Z findet heute online statt.

Damit sich Bewerber bei Ihnen bewerben, müssen sie Ihnen vertrauen. Das gelingt am besten mit Video, indem Sie sich authentisch, nah und echt zeigen, so wie Sie sind und mit dem, was Sie tun. Videos sprechen Seh- und Hörsinn gleichzeitig an, das Gesehene wird intensiver erlebt und mit Emotionen verknüpft.

Karrieremessen, Zeitung, Personalvermittler: erst die Ist-Analyse

Karrieremessen, Zeitungsanzeigen und Personalvermittler waren lange gängige Methoden. Heute sind sie oft nicht mehr so wirksam. Besser sind eine Karriere-Website, soziale Netzwerke, eine überarbeitete Employer-Branding-Strategie und eine positive Candidate Experience. So gehen Sie vor:

  • Ist-Analyse: Funktionieren die alten Methoden noch? Was ist Ihr Invest und was der Output?
  • Zuständigkeit klären: Wer im Unternehmen sucht die Mitarbeiter, und passt diese Person oder Abteilung dazu?
  • Ziele stecken: Welche Stelle muss schnell besetzt werden? Wollen Sie einen Talente-Pool aufbauen?
  • Konsequent bleiben: Den neuen Weg gehen, bis die Ziele erreicht sind.

Die Tür offen halten

Abgeschaltete Kommentare, keine Ansprechperson, ein Formular mit zwölf Pflichtfeldern: Jede zugemachte Tür kostet Bewerber, vor allem die noch unentschlossenen, die erst einmal unverbindlich eine Frage stellen wollen.

  • Kommentare an
  • Ansprechperson mit Namen und Foto
  • Bewerbung in unter fünf Minuten, ohne Anschreiben-Pflicht

Verwaltungen tappen hier oft in die Falle: Die Stelle steht im Amtsblatt, die Kommentarfunktion ist aus Sorge vor Diskussionen abgeschaltet. Dabei haben Kommunen starke Trümpfe wie Jobsicherheit, Sinnhaftigkeit, geregelte Arbeitszeiten und gute Sozialleistungen. Die müssen aktiv und mit echten Gesichtern kommuniziert werden.

Schnell zurückmelden

Gute Bewerber führen parallel mehrere Gespräche. Wer erst nach zwei Wochen antwortet, hat oft schon verloren, nicht weil das Angebot schlecht ist, sondern weil ein anderer schneller war. Und wer keine Antwort bekommt, antwortet irgendwann selbst nicht mehr: Ghosting im Recruiting beginnt fast immer beim Arbeitgeber.

Schnelle Rückmeldung kostet nichts und gewinnt. Eine automatische Eingangsbestätigung und eine feste Rückmeldefrist von wenigen Tagen reichen für den Anfang, damit kein Bewerber im Posteingang versauert.

Häufige Fragen zu Mitarbeiter finden

Lohnen sich Jobbörsen wie Stepstone, Indeed oder Monster noch?

Dort sind nur Bewerber unterwegs, die aktiv auf Jobsuche sind, und das werden in Zeiten des Fachkräftemangels immer weniger. Wir haben einen Bewerbermarkt: Die Bewerber entscheiden, wo sie sich bewerben, und lassen sich lieber aktiv ansprechen, etwa über Social Media oder Active Sourcing. Wenn Jobbörsen bei Ihnen funktionieren, bleiben Sie dabei. Unsere Kunden haben damit ausnahmslos schlechte Erfahrungen gemacht.

Warum bringen Banner am Firmengelände kaum Bewerber?

Weil sie wie eine Bedarfsmeldung aufgebaut sind: „Wir suchen, wir sind“, dazu eine lange Stellenliste. Der Bezug zum Bewerber fehlt, konkrete Mitarbeitervorteile auch. Und am eigenen Gebäude erreichen sie vor allem die eigenen Mitarbeiter. Wenn Banner, dann an viel befahrenen Straßen, mit kurzer, auffälliger Botschaft und klar erkennbarem Absender.

Was fehlt den meisten Stellenanzeigen?

Die Sicht des Bewerbers. Anzeigen erklären, was das Unternehmen erwartet, aber nicht, welches Team den Bewerber erwartet und was er davon hat. Starre Anforderungsprofile und Pflichtangaben wie Anschreiben, Zeugnisse und Gehaltsvorstellung schrecken ab. Besser: Hürden senken und einen unkomplizierten Weg zum ersten Dialog anbieten, zum Beispiel per Direktnachricht auf Social Media oder WhatsApp.

Wie muss ein Video aussehen, damit es Mitarbeiter bringt?

Es zeigt Menschen statt Firmengebäude: die künftigen Kollegen, die Stimmung im Team und ehrliche Aussagen, warum die Firma ein guter Arbeitgeber ist. Dazu braucht es guten Ton, ein Storyboard statt langweiliger Vorstellungsrunden, eine klare Botschaft und einen Call-to-Action. Welche Fehler Sie sonst noch vermeiden sollten, steht im Beitrag 10 Fehler in Recruiting-Videos.

Welcher Kanal funktioniert am besten für die Mitarbeitersuche?

Das hängt von der Zielgruppe ab. Für junge Fachkräfte und Auszubildende eignen sich Instagram und TikTok, für erfahrene Fachleute LinkedIn. Für alle gehört eine professionelle Karriereseite auf die eigene Website.

Welcher Recruiting-Fehler kostet am meisten Bewerber?

Meist die Kombination aus verschlossener Tür und zu langsamer Rückmeldung. Interessenten, die keine Tür finden oder zu lange auf Antwort warten, sind endgültig weg. Beides lässt sich ohne Budget sofort abstellen.

Wie schnell sehe ich Ergebnisse, wenn ich diese Fehler abstelle?

Bei Rückmeldetempo und offener Tür oft sofort. Neue Kanäle und eine ehrliche Arbeitgebermarke brauchen einige Monate, lohnen sich aber dauerhaft.

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